Themen · Stand: April 2026

Barrierefreiheit im Web: Ergebnisse aus der Analyse von 45.000 Websites

Für diese Auswertung wurden mehr als 45.000 Websites automatisiert gescannt. Das Ergebnis zeigt ein klares Gesamtbild, die meisten Websites weisen automatisch erkennbare Barrierefreiheitsprobleme auf, häufig nicht nur einzelne, sondern mehrere zugleich. Gleichzeitig werden deutliche Unterschiede zwischen Bereichen sichtbar, manche schneiden vergleichsweise besser ab, andere deutlich schlechter. Die Analyse macht deutlich, dass Probleme eher die Regel als die Ausnahme sind und dass sie auf vielen Websites gebündelt auftreten, statt nur als einzelne Ausreißer.

Die folgenden Ergebnisse ordnen den Stand der automatisiert erkennbaren Barrieren ein, zeigen Unterschiede zwischen Bereichen und machen typische Muster sichtbar. Sie ersetzen keine vollständige Prüfung, liefern aber einen belastbaren Überblick über wiederkehrende Problemfelder, die in der Praxis häufig übersehen werden.

Datenbasis und Methodik

Die Domains stammen überwiegend aus Wikidata. Für verschiedene Bereiche wurden eigene Listen mit gezielten Queries zusammengestellt, zum Beispiel für öffentliche Stellen, Unternehmen, Bildung, Gesundheit, NGOs, Vereine, Bibliotheken, Museen, Städte und Kommunen oder Hotels und Unterkünfte. Damit lassen sich vergleichbare Gruppen bilden, ohne den Text unnötig technisch zu überfrachten. Die Auswahl umfasst unterschiedliche Bereiche und Träger, von öffentlichen Angeboten bis hin zu privaten und gemeinnützigen Organisationen.

Ein kleiner Teil der Domains stammt zusätzlich von Nutzerinnen und Nutzern, die Websites auf istbarrierefrei.de geprüft haben. Die Kategorien basieren jeweils auf diesen Domainlisten. Einzelne Websites können daher mehreren Bereichen zugeordnet sein, weil ihre Einordnung aus unterschiedlichen Quellen plausibel ist. Ziel ist ein möglichst breites Bild, keine vollständige Abdeckung aller Websites im Netz.

Einordnung der Scan-Ergebnisse

Die Auswertung basiert auf automatisierten Scans. Diese erkennen viele typische Probleme zuverlässig, vor allem technisch klar erkennbare Auffälligkeiten, können aber keine vollständige Aussage über die tatsächliche Barrierefreiheit einer Website treffen. Automatische Ergebnisse sind deshalb als Orientierung zu verstehen, sie zeigen Muster, aber ersetzen keine fachliche Gesamtbewertung und keine manuelle Prüfung.

Weitere Einordnung bieten die Artikel Automatische Scans richtig einordnen , Wie der Score zustande kommt und Manuelle Barrierefreiheits-Prüfung .

Gesamtbild: Websites mit und ohne Probleme

Im Gesamtbild zeigt sich, die meisten Websites weisen mindestens ein automatisch erkennbares Problem auf. Ein komplett unauffälliger Scan ist die Ausnahme, das gilt über fast alle Bereiche hinweg. Die Zahlen verdeutlichen, dass Barrierefreiheit in der Breite noch nicht systematisch mitgedacht wird.

Abbildung: Websites mit und ohne automatisch erkannte Barrierefreiheitsprobleme.
Abbildung: Anteil von Websites mit und ohne automatisch erkannte Probleme.

Verteilung der Probleme pro Website

Viele Websites haben nicht nur einzelne Auffälligkeiten, sondern mehrere Probleme gleichzeitig. Die Verteilung zeigt, dass Barrieren häufig gebündelt auftreten und es selten um isolierte Fehler geht. Das deutet auf strukturelle Ursachen hin, etwa in wiederverwendeten Komponenten oder Templates, und ist relevant für die Priorisierung von Maßnahmen.

Abbildung: Verteilung der Anzahl von Barrierefreiheitsproblemen pro Website.
Abbildung: Wie viele Probleme pro Website im Scan erkannt wurden.

Unterschiede zwischen Bereichen

Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bereichen. Einige Kategorien weisen im Schnitt weniger Probleme auf, andere deutlich mehr. Das kann mit Organisationsstrukturen, Budgets, Standardisierung oder typischen Website-Formaten zusammenhängen, oft spielt auch die Komplexität der jeweiligen Angebote eine Rolle. Die Unterschiede sind klar sichtbar, trotzdem schneidet kein Bereich durchgängig wirklich gut ab.

Abbildung: Durchschnittliche Anzahl an Barrierefreiheitsproblemen nach Bereich.
Abbildung: Durchschnittliche Probleme pro Website nach Bereich.

Anteil fehlerfreier Websites je Bereich

Selbst in den am besten abschneidenden Bereichen ist der Anteil komplett fehlerfreier Scans gering. Das verdeutlicht, dass automatische Barrieren sehr verbreitet sind und selbst gut gepflegte Websites häufig einzelne Schwachstellen haben. Ein unauffälliger Scan ist daher kein Standard, sondern ein Ausnahmefall.

Abbildung: Anteil fehlerfreier Websites nach Bereich.
Abbildung: Anteil der Websites ohne automatisch erkannte Probleme je Bereich.

Häufigste Problemarten

Die häufigsten Problemarten sind oft sehr grundlegende Themen, Kontraste, Alternativtexte, fehlende Beschriftungen, leere Links oder doppelte IDs. Viele dieser Barrieren sind wiederkehrend und grundsätzlich vermeidbar, sie entstehen häufig durch wiederverwendete Komponenten oder unklare redaktionelle Abläufe. Es handelt sich um Probleme, die automatisch vergleichsweise gut erkennbar sind, und viele davon wären mit klaren Standards und sauberer Umsetzung relativ einfach vermeidbar.

Abbildung: Häufigste Arten von Barrierefreiheitsproblemen.
Abbildung: Häufigste automatisch erkannte Problemarten.

Vertiefungen zu typischen Problemfeldern finden Sie in den Artikeln Kontraste , Alt-Texte und Formulare .

Fazit und Einordnung

Die Auswertung macht deutlich, dass automatisch erkennbare Barrieren weiterhin sehr verbreitet sind. Viele Probleme sind wiederkehrend und grundsätzlich vermeidbar, stehen aber in der Praxis oft nicht genug im Fokus. Das gilt sowohl für kleine Websites als auch für größere Angebote. Gleichzeitig sind die häufigsten Probleme bekannt, sie lassen sich mit klaren Standards und wiederkehrenden Checks systematisch reduzieren. Die Relevanz nimmt zusätzlich zu, weil gesetzliche Anforderungen in vielen Bereichen weiter an Bedeutung gewinnen.

Automatische Scans sind ein sinnvoller Einstieg in die Einordnung. Für eine belastbare Bewertung braucht es jedoch zusätzlich eine manuelle Prüfung. Wer die Ergebnisse weiter vertiefen möchte, kann im Verzeichnis nach einzelnen Websites suchen oder eine eigene Domain im Website-Check prüfen.

Stand der Auswertung: April 2026

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